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Der Unterschied zwischen Manipulation und klarer Kommunikation

Kommen wir mal zum Thema Manipulation in der Kommunikation. Ich beziehe mich hier wieder mehr auf den privaten Kontext, weil uns das meist schwerer fällt, als mit beruflichem Abstand.

Manipulation – oh ein böses Wort. Ich dachte immer, dem Gegenüber die Pistole auf die Brust zu drücken, wäre erpresserisch. Sätze wie: „Wenn du das und das nicht machst, dann verlasse ich dich.“, klangen zumindest in meinem Ohr eher kontraproduktiv. Außerdem wollen wir ja nicht, dass derjenige sich ändert, weil wir ihn unter Druck gesetzt haben. Zumindest war es damals meine Interpretation von „unter Druck setzen“. Wir wollen, dass der Andere unsere Bedürfnisse respektiert und achtet, weil er uns liebt, uns im Blick hat und von allein erkennt, dass sein Verhalten nicht gut für unsere Beziehung ist.

Ich hatte mal einen Partner, der ständig mit anderen Frauen chattete und dann auch noch prahlerisch verkündete, dass diese sich in ihn verliebt hätten. Verletzend bis zum geht nicht mehr! Aber den Satz „schreib nicht mehr mit anderen Frauen“, hielt ich für erpresserisch und maßregelnd. Ich dachte mir – ich bin doch nicht seine Mutter, die ihm vorschreibt, was er zu tun und zu lassen hat – wie unsexy. Ich wollte, dass er erkennt, dass er mich liebt und zwar ohne Bestätigung von anderen. Ich sagte also, dass mich das sehr traurig macht und verletzt, aber dabei blieb es.  Und sein Flirten mit anderen blieb auch. Ich durfte lernen, dass genau dieses Verhalten Manipulation von mir war. Ich wollte durch meine Art des „Nichts Sagens“ erreichen, dass er selbst erkennt, wie cool und liebenswert ich bin. Und genau das ist Manipulation. Es bedeutet, ich mache etwas (oder gerade nicht), weil ich eine bestimmte Reaktion vom Gegenüber möchte. Hätte ich gesagt „das hört auf, oder ich bin weg“, dann wäre das die ehrlichste Ansage gewesen, die ich hätte geben können. Mein Expartner hätte die Wahl gehabt sich zu entscheiden, wie er weiter vorgeht.

Ich sehe mich noch, wie ich damals darüber brütete: „wenn ich das mache, dann wird er wohlmöglich das machen und wenn ich das mache, dann wird er so und so handeln.“ Super manipulativ. Das was ich als „wie die Mutter maßregeln“ (ich gebe zu damit habe ich ein persönliches Thema) verstand oder wie Erpressung, wäre „nur“ eine klare Ansage von mir gewesen, denn Verlassen habe ich ihn letztendlich doch und das kam für ihn, wie aus heiterem Himmel.

Das war also mein kleiner „Run through“ durch meine Erkenntnisse zum Thema „innere Wahrheit“. Mich interessiert sehr, was du darüber denkst, welche Erfahrungen du dazu gemacht hast, denn auch ich denke, dass man nie ausgelernt hat und ich möchte mich diesbezüglich gern auch weiterentwickeln. Scheib mir gern und wenn du Probleme hast deine klaren Worte mit fester Stimme und starker Körpersprache zu äußern, dann arbeiten wir gern an deiner „Ansprechhaltung“ ;-).

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